Wo die Liebe zu den Gesetzen im Staate ruht

Donnerstag, 25. September 19:30, Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 12

Die linke Kritik an (deutschem) Staat und Nation glaubt üblicherweise ohne jene des Geschlechts auszukommen. Das Geschlechterverhältnis spielt keine Rolle für die Kritik am Nationalstaat selbst, sondern bleibt der Absatz „zum Thema Frauen“, der in Flugblättern auch noch geschrieben werden muss.
Auf der Seite der feministischen Theorie verhält es sich nicht viel anders: wo der Staat überhaupt zum Thema wird, sind Weiblichkeit und Nation so etwas wie „Strukturkategorien“ oder auch „Diskurse“, die qua analytischer Trennung nur noch äußerlich aufeinander bezogen werden können.
Stattdessen müsste aber die bürgerliche Gesellschaft als Ganze betrachtet werden. Die Entstehung der Nation und jene der Geschlechtscharaktere gingen Hand in Hand, so viel ist offensichtlich. Bei Rousseau et al sind es die Frauen, in deren Händen „die Liebe zu den Gesetzen im Staate“ ruht.
Die Gesellschaft der Freien und Gleichen brachte und bringt in ihrem Werdegang ihr Widersprechendes hervor: die Frauen als Differente, die Nationen als bestimmte. Sie sind nicht einmal in die Welt gekommen und gut war, sondern müssen sich permanent neu reproduzieren. Darin setzt sich ihre Entstehung in der Dialektik der Aufklärung fort – Grund genug, den Blick auf die Anfänge bürgerlicher
Gesellschaft zu richten. Daran wird sich zeigen, dass die Kritik der Nation feministisch sein muss. Vortrag und Diskussion mit Karina Korecky.

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